Die ersten Jeck in Nieder-Liebersbach

Vorbemerkung: Der „Vater“ der Birkenauer Heimatgeschichtsforschung, Johannes Pfeifer (1873-1951), hat in den Jahren 1925-1951 zahlreiche Aufsätze verfasst, die er in den unterschiedlichsten Zeitungen und Heimatbeilagen veröffentlicht hat. Klaus Zenner aus Reisen hat in mühevoller Kleinarbeit die verstreuten Beiträge von Pfeifer zusammengetragen und ein Werkverzeichnis erstellt, das 172 Beiträge umfasst. Pfeifer war Pädagoge und begann nach der damals üblichen Ausbildung im Lehrerseminar Bensheim seine berufliche Laufbahn 1896 in Bobstadt, 1898 in Ober-Mumbach und wurde 1902 Lehrer in Birkenau, wo er 1918 die Rektorenstelle antrat. Er trat 1937 in den Ruhestand. Nachfolgend sein Aufsatz „Die ersten Jeck in Nieder-Liebersbach.

Günter Körner 10. Juli 2015

Der Stammvater der zahlreichen Familien Jeck in Nieder‑Liebersbach und Umgebung ist der am 13. September 1693 in Nieder‑Liebersbach verstorbene Johannes Jecki, der im Birkenauer Kirchenbuch als der alte Schweizer bezeichnet wird. Hierdurch wird bekannt, dass er aus der Schweiz stammte, wie ja die ursprüngliche Schweibweise Jecki, dies schon vermuten lässt. Er war demnach einer der vielen Einwanderer, die infolge der starken Entvölkerung Deutschlands durch den 30jährigen  Krieg bei uns eine neue Heimat fanden. Über den Beruf des Johannes Jecki, sowie über die Zeit seiner Einwanderung finden sich keinerlei Angaben. Verheiratet war er mit Anna Kunigunde Jeckin, die am 11. März 1693 starb. Beide Ehegatten wurden auf dem Birkenauer Friedhof, der damals noch die Kirche umgab, bestattet. Die Zahl der Kinder ist unbekannt. Das Kirchenbuch berichtet nur über 2 Söhne, Johannes und Ulrich, die beide in Nieder‑Liebesbach ansässig waren.

Johannes Jecki wurde am 9. April 1684 mit Anna, Martin Anthes Tochter daselbst im Haus kopuliert, weil sie ins Kindbett zuvor kommen. „Dieses Kind wurde am gleichen Tage getauft und ist ihm der christliche Name Johannes gegeben worden.“ Gevattersleute waren „Hanß Kaittel, der Kühhirt zu Birkenau, und dessen Hausfrau.“ Ihre weiteren Kinder waren: Anna Magdalena, getauft am 6. Juni 1685; Anna Margaretha, getauft am 25. September 1686; Eva getauft am 17. Oktober 1689; Anna Katharina, getauft am 4. April 1691 (geb. 28. März). ‑ Am 1. Mai 1695 starb Anna, des Johannes Jecki Ehefrau, und er verheiratete sich zum zweiten Mal; seine 2. Frau hieß Eva, doch fehlen jegliche weitere Angaben über sie. Aus dieser Ehe gingen hervor: 1 Söhnchen Johann Peter, geboren 28. August 1696; 1 Töchterchen Anna Maria, geboren 27. März 1698 und 1 Söhnchen Johann Georg; geboren 5. November 1701. ‑ Von den Kindern aus 1. Ehe starben bzw. wurden beerdigt: Johannes am 10. Mai 1684; Anna Magdalena am 29. November 1685; Magdalena am 26. August 1687 (hier liegt wohl ein Schreibfehler vor, indem es sich um das Töchterchen Margarete handeln wird) und die Tochter Anna Katharina am 12. Mai 1694. Aus zweiter Ehe wurde das Söhnchen Johann Georg am 23.Juni 1703 beerdigt. Johannes Jecki, im Birkenauer Kirchenbuch ebenfalls als der „alte Schweizer“ bezeichnet, starb am 11. Februar 1727 und seine hinterlassene Witwe Eva am 20. März 1738.

Der zweite Sohn des Stammvaters der Familien Jeck, Ulrich Jecki, verheiratete sich am 3. November 1697 mit Margareta Härtel. Dieser Ehe entsprossen folgende Kinder: 1 Tochter Sybilla, geboren 7. Dezember 1697; 2. Sohn Johann Peter, geboren 26. August 1700; 3. Sohn Johann Valentin, geboren 3. März 1706; 4. Anna Barbara, geboren 20. März 1707. Am 30. März 1707 starb Ulrich Jeckis Ehefrau Margarete, worauf er sich zum zweiten Male, und zwar am 1. November 1707 mit Elisabeth, des Martin Athes hinterlassene, ehelichen, ledigen Tochter“ verheiratete. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor: 1. Sohn Johann Valentin, geb. 28. November 1709; 2. Sohn Johannes, geboren 21. November 1711; 3. Sohn Johann Caspar, geboren 9. März 1713; 4. Sohn Johann Adam, geboren 30. November 1715; 5. Tochter Eva Elisabetha, geboren 10. Dezember 1716; 6. Tochter Maria Margareta, geboren 15. Februar 1718; 7 Sohn Johann Philipp, geboren 23. April 1721. ‑ Von diesen Kindern starben, bzw. wurden beerdigt: am 7. April 1707 Anna Barbara; am 6. März 1709 Johann Adam; am 30. Februar 1711 (alter Kalender) Johann Valentin; am 10. Mai 1712 Johannes, am 1. Februar 1717; Eva Elisabetha; am 30. April 1721 Johann Philipp. Ulrich Jeckis 2. Frau Elisabeth starb bzw. wurde beerdigt am 20. März 1738, und er selbst am 14. Juni 1740.

Der älteste Sohn Johannes Jecki II. aus erster Ehe mit Namen Johann Peter, war mit Maria Katharina verheiratet, doch sind von ihr weder der Mädchenname noch ihre Herkunft bekannt. Sie besaßen folgende Kinder: 1. Johann Philipp, geboren 27. November 1731; 2 Anna Christina, geboren 28. April 1738; 3. Anna Margareta, geboren 25. März 1737; 4. Johann Georg, geboren 9. Mai 1740; 5. Anna Elisabetha, geboren 4. März 1747; 6. Gertraud, geboren 25. September 1748; 7. Eva Katharina, geboren 15. März 1750 und 8. Katharina Barbara, geboren 21. Juli 1751.

J. Pfeifer

Werkverzeichnis Johannes Pfeifer Nr. 117 (Veröffentlicht in „Der Rodensteiner“ Nr. 20/1951)